Minderung von Treibhausgasemissionen

Die IKI unterstützt im Bereich Minderung Partnerländer bei der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Instrumenten zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen. Dazu gehören Transformationsmaßnahmen hin zu einer nachhaltigen und emissionsarmen Wirtschafts- und Versorgungsstruktur, die Entwicklung von Niedrigemissionsstrategien (Low Carbon Development Strategies, LCDS), von national angemessenen Klimaschutzmaßnahmen (Nationally Appropriate Mitigation Actions, NAMAs) und von Systemen zur Messung, Berichterstattung und Verifizierung (Measurement, Reporting and Verification, MRV) von Treibhausgasemissionen und Minderungsmaßnahmen.

Von großer Relevanz für den Bereich Minderung sind auch die so genannten Intended Nationally Determined Contributions (INDCs) – nationale Beiträge, in denen die Vertragsstaaten ihre Klimaschutzziele für die Einreichung im Vorfeld der 21. Vertragsstaatenkonferenz der UN in Paris (COP 21) im Dezember 2015 beim UNFCCC-Sekretariat formuliert haben. Die IKI berät seit Frühjahr 2014 über 25 Partnerländer bei der Erarbeitung ihrer INDCs.

Darüber hinaus verfolgen zahlreiche Projekte das Ziel, zusätzliches öffentliches und privates Kapital für den Klimaschutz zu mobilisieren. Konzeptionell stehen die politische Beratung, der Kapazitätsaufbau und geeignete Trainingsmaßnahmen, sowie technologische Leuchtturmprojekte und Technologiekooperationen im Mittelpunkt.

Von 2008 bis 2016 wurden im Bereich Minderung insgesamt 289 Projekte mit einem Mittelvolumen von 1088 Millionen Euro bewilligt.

Niedrigemissionsstrategien und national angemessene Klimaschutzmassnahmen

LEDS und NAMAs unterstützen nachhaltige und ambitionierte Minderungsanstrengungen der Entwicklungsländer und sind zentrale Instrumente aus den Verhandlungen um die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). LEDS bilden den strategischen Rahmen für eine klimaschonende Entwicklung. Sie sollen wirtschaftliche Entwicklung fördern und dabei weniger Treibhausgasemissionen verursachen als ein "Business-as-usual"-Szenario. LEDS helfen unter anderem, relevante politische und wirtschaftliche Handlungsfelder zu identifizieren und priorisieren und schaffen geeignete Rahmenbedingungen für eine emissionsarme Wirtschafts- und Lebensweise. Häufig bilden LEDS eine Grundlage für die Ausgestaltung von NAMAs.

NAMAs sind freiwillige Maßnahmen der Regierungen von Schwellen- und Entwicklungsländern, um Transformationsprozesse in einzelnen Sektoren anzustoßen und Treibhausgasemissionen langfristig zu reduzieren. Sie können in einer Vielzahl von Sektoren umgesetzt werden, zum Beispiel im Energie- oder Verkehrsbereich.

IKI-Projekte unterstützen Partnerländern dabei, LEDS oder Vorschläge für NAMAs zu entwickeln, Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen und konkrete Maßnahmen durchzuführen. Sie fördern den länder- und sektorübergreifenden Erfahrungsaustausch und testen unterschiedliche Instrumente für die Erarbeitung und Umsetzung von Minderungsmaßnahmen.

Ausgewählte Projekte:

Monitoring von Treibhausgasemissionen und Minderungsmassnahmen

Seit Beginn der internationalen Klimaverhandlungen ist ein wichtiges Thema, wie die Reduktion von Treibhausgasen gemessen, berichtet und überprüft werden kann (MRV). Der Begriff MRV beschreibt dabei das Zusammentragen von Daten zu Minderungsmaßnahmen und Treibhausgasemissionen, die Aufbereitung dieser Informationen in Berichten und Inventaren sowie deren Überprüfung in einem internationalen Prozess. Jedoch stellen die Entwicklung von MRV-Systemen und die Anwendung der MRV-Anforderungen eine große Herausforderung für Schwellen- und Entwicklungsländer dar. Sie müssen beispielsweise die notwendigen Daten sammeln sowie Treibhausgasinventare, Emissionsprognosen und wirtschaftliche Analysen erstellen.

Die IKI fördert in diesem Zusammenhang gezielt Projekte, die die Partnerländer bei der Planung und Umsetzung von Minderungsmaßnahmen unterstützen, die unter einem künftigen internationalen Klimaschutzabkommen MRV-fähig sein sollen.

MRV-Aktivitäten der IKI Enhanced NAMA Cooperation Group

Die folgende Datei gibt einen Überblick über die MRV-bezogenen Aktivitäten aller Organisation, die an der “IKI Enhanced NAMA Cooperation Group” teilnehmen: download (Excel, English, 32 kb)

Ausgewählte Projekte:

IKI-Projekte bilden einen wichtigen Baustein für die 2010 von Südafrika, Südkorea und Deutschland gegründete 'International Partnership on Mitigation and MRV'. Diese Partnerschaft fördert den Austausch praktischer Erfahrungen zu Minderung und MRV zwischen den beteiligten Ländern und trägt so zu einem gemeinsamen Verständnis bei, was im Bereich MRV notwendig und praktisch machbar ist.

Mehr Informationen zur Partnerschaft:

www.mitigationpartnership.net (extern, englisch)

Förderung der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft

Der Privatsektor ist ein Schlüsselakteur, um das durch die Klimaverhandlungen angestrebte "2-Grad-Ziel" zu erreichen. Es gilt, privatwirtschaftliche Akteure für weitreichende Klimaschutzanstrengungen zu mobilisieren.

Deshalb fördert die IKI Projekte, die zentrale Hindernisse für ein stärkeres Engagement des Privatsektors beseitigen, beispielsweise durch die Senkung von finanziellen Risiken bei Investitionen in Klimatechnologien in Entwicklungs- und Schwellenländern. IKI-Projekte stellen zudem Kapital für Public Private Partnerships zur Verfügung, vermitteln das notwendige Know-how - zum Beispiel damit Finanzierungsinstitutionen Energieeffizienzprojekte von Unternehmen in den Zielländern fördern können - und schaffen durch Regierungsberatung geeignete Rahmenbedingungen für private Investitionen in den Zielländern.

Ausgewählte Projekte:

IKI Schwerpunkte

Energiewende

Solarpanels in Wüste

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Klimafinanzierung

Ausschnitt eines Plakats

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Nachhaltige Stadtentwicklung

Häuser am Wasser

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Unterstützung der Klima- und Biodiversitätspolitik

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