30.01.2026

Neue nationale Klimaschutzziele in Zentralamerika gestalten

Grafische Darstellung auf einem Plakat mit dem Titel „Ambition – What makes a good NDC?“, illustriert mit Symbolen und Stichworten.

NDC 3.0: Mit Hilfe der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) entwickeln Costa Rica, Belize und El Salvador ihre Beiträge weiter – partizipativ und wissenschaftlich fundiert.

Geografisch ist Mittelamerika klein. Mit Blick auf das Klima kommt der Region aber eine große Rolle zu, da beispielsweise fast 12 Prozent der weltweiten Artenvielfalt hier beheimatet sind. Vor diesem Hintergrund aktualisieren Costa Rica, Belize und El Salvador derzeit ihre nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Die Länder stärken dabei ihre Ambitionen und schlagen einen Kurs ein, mit dem die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden können.

Mit der IKI begleitet Deutschland die drei Länder seit mehreren Monaten auf ihrem Weg. Die Projekte tragen dazu bei, die nationalen Klima Ambitionen in umsetzbare Fahrpläne zu übertragen, die auf klaren Indikatoren, Zielvorgaben, Analysen zu Minderung und Anpassung sowie Finanzierungsmechanismen basieren.

Costa Rica: Ein partizipativer, machbarer und messbarer NDC mit klaren Zuständigkeiten

Costa Rica stellt sein „CND 3.0“ als zugängliches und stark partizipatives Klima-Instrument vor. Es geht über das NDC-Konzept hinaus – und wählt bewusst das spanische Akronym, um das Engagement der Regierung und die hohe Identifikation mit den Zielen zum Ausdruck zu bringen. Entwickelt wird es vom Ministerium für Umwelt und Energie (MINAE) und seiner Direktion für Klimawandel (DCC) mit Unterstützung der IKI.

Mehrere Workshops und Co-Creation-Prozesse mit über 360 Teilnehmenden ermöglichten konkrete Zielvorgaben, die Berücksichtigung nationaler Prioritäten und die Einbindung zentraler Akteursgruppen. 

Eine lachende Frau mit dunklen Haaren nimmt an einem Workshop teil, bei dem im Hintergrund Zettel an Pinnwände gehängt werden.
Partizipative Workshops zur Entwicklung des CND in Costa Rica.

Der CND 3.0 von Costa Rica wird zu einer klaren, konkreten und pragmatischen Strategie, die machbare Ziele für Klimaschutz setzt. Die Aktualisierung der NDCs legt großen Wert auf die Einrichtung von SMART-Indikatoren, die validiert und so strukturiert sind, dass Monitoring und Reporting erleichtert werden. Die drei strategischen Säulen dabei sind:

1. C = Collective und Coherent (kollektiv und kohärent)
2. N = Nature (Natur)
3. D = Decarbonized (dekarbonisiert)

Weitere wichtige Maßnahmen:

  • Ausrichtung an dem Nationalen Dekarbonisierungsplan, um die Koordination und Wirksamkeit der Klimaschutzmaßnahmen im Land zu stärken.
  • Eine Kommunikationsstrategie macht das Instrument zu einem öffentlichen und leicht verständlichen Werkzeug. Dazu gehört die Schaffung des spanischsprachigen „CND“-Begriffs.
  • Einbeziehung vielfältiger Perspektiven aus vielen Sektoren: Jugend, indigene Völker, Frauen, ländliche Gemeinden, Privatsektor, Kommunen und mehr.
  • Übergabe des Abschlussdokuments während der COP30.

 

Vierzehn Personen mit einer Flagge Costa Ricas sitzen und stehen bei der Darstellung des CND 3.0 auf der COP30 in Brasilien.
Darstellung des CND 3.0 auf der COP30 in Brasilien.

Belize: Anpassung und Minderung mit partizipativer Vision

Belize sieht sich als Schlüsselland für den Schutz der Ökosysteme Meer und Wald. Das NDC 3.0 des Landes spiegelt diese Vision wider, indem es eine belastbare Ausrichtung sowohl für die Klimawandel-Anpassung als auch für die Minderung von Emissionen integriert.

Finanziert durch die IKI, unterstützte Climate Analytics die Entwicklung von Modellrechnungen, wissenschaftlichen Analysen und einem Umsetzungsplan, um sicherzustellen, dass die ökologischen Verpflichtungen realistisch und finanzierbar sind. Das Ergebnis beruht so auf einer wissenschaftlich fundierten Vision unter aktiver Einbindung der verschiedenen Interessengruppen.

Der partizipative Entwicklungsprozess erstreckte sich über mehrere Monate und umfasste virtuelle sowie Präsenz-Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus Regierung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatsektor, wodurch ein offener und transparenter Prozess entstand. Zu den weiteren wichtigen Maßnahmen zählen Schulungen zur Stärkung der Fähigkeiten von Regierungs- und Fachpersonal. Dies bildet die Grundlage, um Modellierungen zu ermöglichen, mit denen die NDCs umgesetzt und überwacht werden können.  

El Salvador: Nationale Ziele für eine kohlenstoffarme Wirtschaft

El Salvadors NDC 3.0 gehen über sektorspezifische Ziele hinaus und richten sich auf eine übergreifende nationale Verpflichtung zur Reduzierung der Emissionen bis zum Jahr 2035 aus. Das Update der Klimaziele wird vom Ministerium für Umwelt und Naturressourcen (MARN) über dessen Technisches Büro geleitet. Dieses koordiniert den Austausch mit institutionellen Interessengruppen und die internationale Zusammenarbeit.

Mit Unterstützung der IKI wurde der Aspekt „Emissionsminderung“ unter anderem gestärkt durch die wissenschaftliche Erstellung von Szenarien zu Treibhausgasemissionen und die Aufstellung von realistischen Zielen, die zwischen national finanzierten und international unterstützten Maßnahmen unterscheiden.

Mehr als 24 Institutionen beteiligten sich an dem Prozess, der von einem mehrstufigen, sektorübergreifenden Dialog geprägt war. Mehr als 12 Workshops ermöglichten es, Maßnahmen zu validieren, Richtlinien zu definieren und eine Vision zu erstellen, die Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Transparenz integriert. Ein weiterer Erfolg des Projektes ist der Ausbau der Fähigkeiten aller beteiligten Institutionen.

Ein Sprecher auf einer Bühne steht am Pult und stellt den Fortschritt der NDC 3.0 in El Salvador im Mai 2025 vor.
Darstellung des Fortschritts von NDC 3.0 in El Salvador, Mai 2025.

Vielfältige Ansätze stärken die Resilienz

Die vorgestellten Maßnahmen zeigen, wie Costa Rica, Belize und El Salvador sich mit Unterstützung der IKI zu umsetzbaren, transparenten und nachhaltigen Klimaschutzmaßnahmen verpflichten. In allen Fällen zeigt sich, dass Resilienz durch Wissen, technische Zusammenarbeit, partizipative Prozesse und die Einbindung vieler Sektoren entsteht, die ihre unterschiedlichen Perspektiven, Bedürfnisse und Realitäten einbringen.

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Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

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