Gemeinsam für eine saubere Industrie in Georgien
Mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) hilft die Nitric Acid Climate Action Group (NACAG) einem großen georgischen Chemieunternehmen, die Treibhausgasemissionen seiner Industrieanlagen zu reduzieren.
Die Produktion von Mineraldüngern ist für die weltweite Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Viele ältere Anlagen stoßen bei der Produktion jedoch große Mengen an Treibhausgasen aus. Insbesondere die Herstellung von Salpetersäure verursacht hohe Emissionen von Lachgas (N₂O). Dieses Treibhausgas ist etwa 273-mal klimaschädlicher als CO₂. Vor diesem Hintergrund hat der georgische Chemieproduzent Rustavi Azot in Zusammenarbeit mit der globalen Initiative NACAG, die von der IKI unterstützt wird, einen wichtigen Schritt zur Reduzierung der industriellen Treibhausgasemissionen unternommen. Die Kooperation ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie technologischer Fortschritt, politisches Engagement und unternehmerische Verantwortung zusammenwirken können, um konkrete und messbare Beiträge zum globalen Klimaschutz zu leisten.
Rustavi Azot: Ein wichtiger Akteur in der georgischen Industrie
Rustavi Azot wurde 1978 in Rustavi gegründet und ist heute eines der wichtigsten Industrieunternehmen des Landes. Das Unternehmen produziert Düngemittel und andere chemische Produkte wie Ammoniak, Salpetersäure, Ammoniumnitrat, Sauerstoff und Industriegase. Viele dieser Produkte sind für die Landwirtschaft, die industrielle Produktion und die wirtschaftliche Entwicklung Georgiens und der Region unverzichtbar.
Rustavi Azot hat in den letzten Jahren verstärkt auf moderne, effiziente und nachhaltige Produktionsprozesse gesetzt. Die Zusammenarbeit mit der NACAG war daher ein logischer Schritt: Die Initiative bot die Möglichkeit, technologische Innovation mit unternehmerischem Klimaschutz zu verbinden. Die Zusammenarbeit wurde möglich, nachdem der georgische Minister für Umwelt und Landwirtschaft im März 2020 die Verpflichtungserklärung unterzeichnet hatte – eine politische Zusage, regulatorische Maßnahmen zur Reduzierung der N₂O-Emissionen aus der Salpetersäureproduktion einzuführen.
Nachhaltigkeit im Fokus des Unternehmens
Um sich für eine Förderung durch die NACAG zu qualifizieren, müssen Anlagenbetreiber einen umfassenden Due-Diligence-Prozess durchlaufen. Dieser Prozess war für Rustavi Azot im Jahr 2022 eine Herausforderung, aber auch von unschätzbarem Wert: Er bot die Möglichkeit, bestehende Prozesse mit internationalen Standards zu vergleichen, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und die eigenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen weiterzuentwickeln.
Die Bewertung lieferte wichtige Erkenntnisse über Optimierungsmöglichkeiten im Produktionsprozess und für die Weiterentwicklung der Datenüberwachung und Berichterstattung. Das Unternehmen wurde ermutigt, verantwortungsbewusste Betriebsprozesse weiter zu entwickeln und sich stärker an globalen Best Practices zu orientieren.
Minderungstechnologie: effizient, präzise und zukunftsweisend
Nach einer erfolgreichen internationalen Ausschreibung ging der Auftrag 2024 an das estnische Unternehmen Alvigo, mit Clariant als Unterauftragnehmer. Das System, das im Herbst 2025 installiert werden soll, kombiniert bewährte Katalysatortechnologien zur Stickoxidreduktion mit einem hochmodernen Emissionsüberwachungssystem.
Ein besonderer Vorteil ist die Echtzeitüberwachung, die eine kontinuierliche Kontrolle der Emissionsströme ermöglicht. Dies erhöht nicht nur die Transparenz, sondern auch die Effizienz und die Betriebssicherheit. Gleichzeitig wurde die Technik so integriert, dass die Produktionsprozesse kaum beeinträchtigt werden – ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
430.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr eingespart
Im Rahmen der Kooperation hat Rustavi Azot Minderungstechnologien implementiert, mit denen jährlich rund 430.000 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden. Dies entspricht den Emissionen von mehr als zwei Millionen Passagierflügen von Tiflis nach Berlin.
Das Engagement von Rustavi Azot zeigt sich auch in finanzieller Hinsicht: Das Unternehmen hat erhebliche Eigenmittel in die neue Technologie investiert und sich verpflichtet, langfristig alle Betriebs- und Wartungskosten zu übernehmen. Dies ist ein klares und nachhaltiges Bekenntnis zu einer klimafreundlichen industriellen Produktion.
Ausblick: Langfristiges Engagement
Rustavi Azot plant, den mit NACAG begonnenen Modernisierungsprozess fortzusetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der weiteren Optimierung des bestehenden N₂O-Reduktionssystems, um die Emissionsminderungen in Zukunft noch effizienter und stabiler zu gestalten.
Darüber hinaus prüft das Unternehmen die Einführung weiterer Technologien, die zu einer zusätzlichen Emissionsreduzierung beitragen können. Gleichzeitig investiert Rustavi Azot weiter in Schulungen, Prozessoptimierungen und die Stärkung der technischen Kompetenz, damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die neuen Systeme langfristig zuverlässig und sicher bedienen können.
Gemeinsame Verantwortung, gemeinsamer Erfolg
Die Zusammenarbeit zwischen Rustavi Azot und NACAG zeigt, dass Fortschritte möglich sind, wenn Unternehmen bereit sind zu investieren, Regierungen klare Rahmenbedingungen schaffen und internationale Initiativen technische Expertise und Unterstützung bieten.
Rustavi Azot fasst zusammen: „Unser Werk ist davon überzeugt, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Verantwortung ist, sondern auch eine Chance, den industriellen Fortschritt neu zu definieren. Wir sind bestrebt, unseren ökologischen Fußabdruck durch Innovation, Effizienz und Zusammenarbeit zu verringern.
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