Synergien im Klima- und Biodiversitätsschutz
Klima- und Biodiversitätsschutz ergänzen sich in vielen Bereichen. Diese Synergien zu heben, war ein Schwerpunkt in der Arbeit der Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) im Jahr 2025.
Klimawandel und Verlust von Biodiversität verstärken sich gegenseitig – durch ein verstärktes Mainstreaming von Biodiversitätsschutz in Klimaprojekten setzt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gezielt auf Synergien zwischen ökosystembasierten Anpassungsansätzen, Treibhausgasminderung und dem Erhalt der biologischen Vielfalt.
Klimawandel und Verlust von Biodiversität verstärken sich gegenseitig – die Erderwärmung bedroht Lebensräume und Arten und durch den Biodiversitätsverlust verlieren Ökosysteme ihre Widerstandsfähigkeit. Gleichzeitig sind intakte natürliche Kohlenstoffsenken wie Wälder, Moore, Küstenökosysteme und Meere zentrale Verbündete im Klimaschutz. Sie binden jährlich große Mengen CO₂ und tragen entscheidend zur Stabilisierung des Klimas bei. Auch zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten Ökosysteme wie Mangrovenwälder als Schutz vor Stürmen einen wichtigen Beitrag.
Mainstreaming von Biodiversitätsschutz in Klimaprojekten
Durch ein verstärktes Mainstreaming von Biodiversitätsschutz in Klimaprojekten setzt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gezielt auf Synergien zwischen ökosystembasierten Anpassungsansätzen, Treibhausgasminderung und dem Erhalt der biologischen Vielfalt.
Die IKI fördert deshalb seit Jahren Projekte, die in ihren Maßnahmen den Schutz von Klima und Biodiversität zusammen denken. Dazu zählt beispielsweise die Wiederherstellung von Ökosystemen, die Kohlenstoff speichern und gleichzeitig als Lebensraum für bedrohte Arten dienen. Von zentraler Bedeutung sind naturbasierte Lösungen (NbS), unter die auch Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel (EbA) fallen.
Ein Schwerpunkt der IKI-Arbeit auf diesem Feld lag im Jahr 2025 auf den Ökosystemen Meere, Küsten und Feuchtgebiete. Während Meere und Feuchtgebiete als Kohlenstoffspeicher unverzichtbar sind, tragen intakte Küsten beispielsweise zum Schutz vor Extremwetterereignissen bei. Mit der UN Ocean Conference im französischen Nizza und der Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention in Simbabwe fanden zwei wichtige Veranstaltungen statt. In Nizza präsentierten sich die IKI und ihre Projekte mit vielfältigem Engagement – für den Schutz von Meeres- und Küstenökosystemen, für regionale Zusammenarbeit und für einen gerechten, inklusiven Meeresschutz weltweit.
Im Feld Meeresschutz startete 2025 ein Projekt in die Vorbereitungsphase. Das Projekt unterstützt Partnerländer dabei, Schutzvorschläge für besonders wertvolle Meeresgebiete im Atlantik, im Indischen Ozean und im Pazifik gemeinsam zu entwickeln und beim Vertragssekretariat des UN-Hochseeabkommens einzureichen.
Fördermittel
sagte die IKI im Jahr 2025 für Projekte zu, die am Schutz von Lebensräumen arbeiten.
Ozeane sind die größte Kohlenstoffsenke der Erde. Intakte Hochsee-Ökosysteme regulieren das globale Klima und sind durch Überfischung und Verschmutzung gefährdet. Schutzgebiete sind zur Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit notwendig. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zum Ziel des Globalen Biodiversitätsrahmens (Global Biodiversity Framework, GBF), bis 2030 dreißig Prozent der Meere unter Schutz zu stellen.
Auch im Rahmen des Themencalls 2024 wurde eine Organisation, die eine Projektskizze eingereicht hatte, zur Erarbeitung eines ausführlichen Vorschlags aufgefordert. Das geplante Projekt soll indigene Völker und lokale Gemeinschaften in Mexiko und Peru als Coastal Guardians zum Schutz von Küsten- und Meeresökosystemen ausbilden.
Feuchtgebiete wie Moore, Küstenzonen mit Mangroven, Auen und Seen gehören zu den leistungsfähigsten Ökosystemen der Erde. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt, mildern Hochwasser und Dürren und spielen eine zentrale Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt, beim Klimaschutz und bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Im Jahr 2025 starteten in diesem Themenfeld zwei Projekte, die im Themencall 2023 ausgewählt worden waren, in ihre Vorbereitungsphasen. Ein Projekt unterstützt indigene und afrokolumbianische Frauen und Jugendliche in Kolumbien und Peru dabei, Maßnahmen zur Umsetzung von Klima- und Biodiversitätsschutz sowie Klimaanpassung zu entwickeln. Das zweite unterstützt die Entwicklung von Schutzmaßnahmen und den Aufbau eines Netzes an Schutzgebieten für den Tanganjikasee. Im Fokus stehen dabei EbA-Maßnahmen und nachhaltige Nutzungen, die zur Widerstandsfähigkeit des Ökosystems beitragen.
Gleich vier Organisationen, die für den Themencall 2024 Projektskizzen eingereicht hatten, wurden im Themenbereich Feuchtgebiete aufgefordert, einen ausführlichen Projektvorschlag zu erstellen. Drei geplante Projekte haben das Ziel, verschiedene Feuchtgebiete in Afrika zu schützen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Außerdem soll ein geplantes Projekt den Schutz der Wassereinzugsgebiete von den Anden bis zum Amazonas-Regenwald fördern. Durch die Unterstützung der Land- und Wassernutzungsplanung soll die ökologische Gesundheit der Gebiete bewahrt, deren Klimaresilienz gestärkt und die lokale Bioökonomie gefördert werden. Die Projekte sollen im Jahr 2026 starten.
Fördergelder
sagte die IKI im Jahr 2025 für Projekte zu, die am Mainstreaming von Biodiversität arbeiten.
Um die ehrgeizigen Ziele des GBF zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu erreichen, sind nationale Anstrengungen in Form von Strategien und Aktionsplänen zur Biodiversität (National Biodiversity Strategies and Action Plans, NBSAP) von größter Bedeutung.
Die IKI unterstützt Peru, Brasilien und Kolumbien dabei, NBSAPs in subnationale Agenden zu übersetzen und an ausgewählten Aktionsstandorten umzusetzen. Das entsprechende Projekt begann 2025 mit seiner Vorbereitungsphase.
Auch zukünftig spielen die Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz eine zentrale Rolle. Mit dem Förderinstrument IKI Compete suchte die IKI im Rahmen des IKI Large Grants Calls 2025 in insgesamt sechs biodiversitätsrelevanten Themenschwerpunkten nach innovativen Projektideen. Gefördert werden unter anderem die Stärkung der NBSAPs unter Einbindung aller gesellschaftlichen Gruppen und insbesondere von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (IPLCs). Mit dem Länderschwerpunkt Südafrika sucht die IKI zudem klimaintelligente Ansätze zum Schutz und zur Wiederherstellung südafrikanischer Graslandschaften und der dazugehörigen Feuchtgebiete.
Projektübersicht 2025
Gestartete Projekte
- Entwicklung klimaresistenter Ökosysteme entlang der Ostatlantischen Zugroute
- Tiger Landscapes Investment Facility
- Zusammenarbeit, um den Curichi Madre Fluss zu schützen und städtische Gebiete sicher vor Überschwemmungen zu halten
- Stärkung junger Führungskräfte für den Waldschutz
- Verbinden von Schutzgebieten des Puma Bio-Korridors, um den Auswirkungen von Fragmentierung, Entwaldung und Degradierung entgegenzuwirken
- Korallen-Ökosysteme erhalten durch Einbeziehung lokaler Gemeinschaften und Schaffung von neuen Existenzgründungsmöglichkeiten
- Einsatz nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken zum Schutz von bestäubenden Insekten und anderen Tieren in der Selva Maya
- Einrichtung von Vogelschutzgebieten um geschützte Feuchtgebiete in der Zakapattia Provinz zu schaffen
- Wiederherstellung von historisch bedeutenden Ökosystemen durch Ökotourismus in Zusammenarbeit zusammen mit den San in Südafrika
- Stärkung der biologischen Vielfalt und Wiederherstellung von Vogelpopulationen in den Feuchtgebieten von Driefontein
Gestartete Vorbereitungsphase
- Transformativer Schutz der biologischen Vielfalt: Ermöglichung von indigenen und afrokolumbianischen Frauen geführter Maßnahmen
- Stärkung der Kapazitäten, Strukturen und Zusammenarbeit für einen wirksamen Schutz der Biodiversität auf subnationaler Ebene
- Netzwerk zur Erhaltung der biologischen Vielfalt am Tanganjikasee für Natur, Gemeinschaften und Klimaresilienz (LaTaBioCoN)
- Lebendige Hochsee: Partnerschaften für die Biodiversität der Ozeane
Aufgestockte Projekte
- Vom Acker auf den Teller: Mainstreaming von biologischer Vielfalt in die Wertschöpfungsketten für Nahrungsmittel
- Beschleunigung der Transformation durch nachhaltige Finanzpolitik (FAST)
- Unterstützungsvorhaben zu Umsetzungsinstrumenten des Globalen Biodiversitätsrahmens und des Pariser Klimaabkommens (BioClime)
- Stärkung des küstennahen Biodiversitätsschutzes und -managements durch Schutz und Rehabilitierungsanreize für küstennahe Kohlenstoffsenken in pazifischen Inselstaaten
- Schutz von Seegras-Ökosystemen - Ernährungssicherung und Sicherung der Resilienz von vulnerablen Küstengemeinden
- Marine Biodiversität und Unterstützung von Küstengemeinden in Sulawesi / im Korallendreieck
Schutz natürlicher Kohlenstoffsenken
Wälder, Moore und Böden sind als natürliche Kohlenstoffsenken von zentraler Bedeutung für den Klimaschutz. Deshalb befasst sich ein eigener Förderbereich der IKI mit ihrem Schutz und ihrer Wiederherstellung.
Entwaldung zu vermeiden sowie Wälder und Landschaften wiederherzustellen, trägt zentral zum Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken bei. Zusammen mit der Veränderung der Landnutzung sind es wesentliche Handlungsfelder der IKI.
Zwei erfolgreiche Projekte in diesem Themenfeld wurden durch eine Verlängerung der Projektlaufzeit im Jahr 2025 verstetigt. Während das eine die Umsetzung von Wiederherstellungsmaßnahmen beschleunigt, verbessert das andere beispielsweise das Monitoring von Maßnahmen, indem es Technologien zur Landnutzungs- und Degradationsüberwachung bereitstellt.
Die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Nutzflächen ist oft mit Agrarexporten, unter anderem in die Europäische Union, verbunden. Nach erfolgreichen Vorbereitungsphasen begannen im Jahr 2025 zwei Projekte zu entwaldungsfreien Lieferketten, die im Themencall 2022 ausgewählt worden waren, mit der Durchführung. Sie decken die wichtigsten landwirtschaftlichen Rohstoffe ab, die aus Lateinamerika in die EU exportiert werden.
Ebenfalls in die Durchführungsphase startete 2025 ein Projekt aus dem Ländercall Brasilien 2024. Über das Projekt Networks4conservation unterstützt die IKI die Umsetzung der brasilianischen Pläne zur Verhinderung und Kontrolle der Entwaldung in verschiedenen Gebieten.
Im Rahmen des Themencalls 2024 wurde eine Organisation, die eine Skizze für ein Projekt zur Finanzierung des nachhaltigen Schutzes von Primärwäldern und der Wiederherstellung von naturnahen Wäldern eingereicht hatte, zur Erarbeitung eines ausführlichen Projektvorschlags aufgefordert.
- Einhaltung von EU-Richtlinien mit Auswirkungen auf die Landschaft: Klimaresilienz und Naturschutz durch EU-konforme, nachhaltige landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Maßnahmen auf Landschaftsebene in Südamerika erreichen
- Förderung entwaldungs- und umwandlungsfreier Lieferketten von Agrarrohstoffen in Lateinamerika
- Networks4conservation: Bekämpfung der Entwaldung durch lokale Netzwerke für einen transformativen Naturschutz
- SAMPeat - Globale Ansätze für Moorgebiete in Hochlagen und in niedrigen Breitengraden mit Schwerpunkt auf südamerikanische Gebirgs- und patagonischen Moorgebieten für Mensch und Natur
Auch der Schutz intakter Moore, die nachhaltige Moorbewirtschaftung und die Wiederherstellung degradierter Moore sind zentral für den Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken.
Ein im Themencall 2023 ausgewähltes Projekt begann Ende 2025 mit der Vorbereitungsphase. Es unterstützt die Partnerländer dabei, Moorgebiete in den Anden und in Patagonien zu schützen, wiederherzustellen und nachhaltig zu bewirtschaften.
Fördermittel
sagte die IKI im Jahr 2025 für Projekte zu, die an der Beendigung von Entwaldung und Landnutzungsänderungen arbeiten.
Für die kommenden Jahre sucht die IKI mit ihrem Förderinstrument IKI Compete im Rahmen des IKI Large Grants Calls 2025 Projektideen, die integrierte Bioökonomieansätze für den Klima- und Biodiversitätsschutz fördern und marktorientierte Ansätze mit dem Schutz natürlicher Kohlenstoffspeicher und -senken verbinden.
Projektübersicht 2025
Gestartete Projekte
- Networks4conservation: Bekämpfung der Entwaldung durch lokale Netzwerke für einen transformativen Naturschutz
- SAMPeat - Globale Ansätze für Moorgebiete in Hochlagen und in niedrigen Breitengraden mit Schwerpunkt auf südamerikanische Gebirgs- und patagonischen Moorgebieten für Mensch und Natur
- Lieferketten für kleinbäuerliche Agrarrohstoffe
- Beendigung von Armut und Hilfsabhängigkeit durch Agroforstwirtschaft
- Stärkung lokaler Gemeinschaften zur Beendigung der Waldzerstörung und Wiederherstellung von Naturschutzgebieten
Gestartete Vorbereitungsphasen
- Transformativer Schutz der biologischen Vielfalt: Ermöglichung von indigenen und afrokolumbianischen Frauen geführter Maßnahmen
- Stärkung der Kapazitäten, Strukturen und Zusammenarbeit für einen wirksamen Schutz der Biodiversität auf subnationaler Ebene
- Netzwerk zur Erhaltung der biologischen Vielfalt am Tanganjikasee für Natur, Gemeinschaften und Klimaresilienz (LaTaBioCoN)
IKI-Jahresbericht 2025
Dieser Beitrag ist Teil des IKI-Jahresberichts 2025.
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