Unterstützung ehrgeiziger NDCs und ihrer Umsetzung
Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) konzentrierte sich im Jahr 2025, ihre Partnerländer dabei zu unterstützen ehrgeizige nationale Klimaschutzbeiträge einzureichen und umzusetzen.
Ihre Partnerländer dabei zu unterstützen, hochwertige und ambitionierte nationale Klimapläne (Nationally Determined Contributions, NDC) zu entwickeln und umzusetzen, ist ein übergreifendes Ziel der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).
Dem Jahr 2025 kam hierbei eine besondere Bedeutung zu: Gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen waren alle Länder verpflichtet, ambitioniertere NDCs mit Zieljahr 2035 einzureichen. Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém (COP30) beschloss damit auch den ersten vollen Ambitionszyklus des Pariser Klimaschutzabkommens.
Die globale Bestandsaufnahme (Global Stocktake, GST) aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die bis dahin eingereichten Klimapläne und Maßnahmen nicht genug sind, um notwendige Emissionsreduktionen für den 1,5°-Pfad zu erreichen. Um diesen in Reichweite zu halten, sind die NDCs für 2035 die letzte Chance. Der Synthesebericht des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) belegt: Die 2035-NDCs, die 86 Länder bis zum 9. November 2025 eingereicht haben, reichen dafür nicht aus. Die NDCs müssen nicht nur ambitionierter werden, sondern auch die Lücke hinsichtlich ihrer Umsetzung muss geschlossen werden.
Die IKI unterstützt ihre Partnerländer dabei mit unterschiedlichen Formaten. Allein 2025 hat die IKI in 71 Ländern dazu beigetragen, ambitioniertere NDCs zu erarbeiten. Dabei reicht die Unterstützung von der Koordination des Aktualisierungsprozesses für eine fristgerechte Einreichung über die Erstellung von Bestandsaufnahmen der bisher erfolgten NDC-Umsetzung, Modellierungen und Szenarien als Grundlage für ambitionierte Zielsetzungen, die Entwicklung von Finanzierungsstrategien und die Kompetenzentwicklung bis hin zur Entwicklung von hochkomplexen Transparenz- und Tracking-Systemen.
Die Unterstützung durch die IKI erfolgt zu großen Teilen im Rahmen der NDC Partnerschaft, einer global etablierten Initiative im Bereich der NDC-Umsetzung und -Weiterentwicklung. Diese koordiniert und bündelt Unterstützungsangebote von Geberländern sowie Expertise und Kompetenzen von Durchführungsorganisationen, um nachfrageorientierte Unterstützung in Partnerländern zu gewährleisten. Deutschland ist Gründungsmitglied der 2016 gestarteten Partnerschaft und bis heute aktives Mitglied im Steuerungskomitee. Gleichzeitig ist Deutschland über die IKI und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) der größte Mittelgeber.
Unterstützungsangebote der IKI ergeben sich aus laufenden und geplanten IKI-Projekten. Zentrale Projekte und Initiativen, um auf Bedarfe von Partnerländern im Rahmen der NDC Partnerschaft flexibel einzugehen, sind insbesondere:
- Climate Promise vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP): Industriedekarbonisierung, Energie, Investitionsplanung und Finanzierungsstrategien.
- SCALA-Programm vom UNDP und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organisation oft he United Nations, FAO): NDC-Entwicklung und Umsetzung im Anpassungs-, Landnutzungs- und Landwirtschaftssektor.
- Act & Invest vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP): Bewertet Finanzbedarfe und Finanzierungslücken und unterstützt bei der Entwicklung von Investitionsplänen, Projektpipelines und dem Aufbau von Kompetenzen.
- Clean Energy Transition Programme (CETP) der IEA: NDC-Entwicklung im Energiesektor, inklusive Modellierung und Umsetzung.
- Partnership Action Fund (PAF): Zudem verfügt die NDC Partnerschaft über einen Fonds für technische Unterstützung von Partnerländern, falls es für dringende Bedarfe keine passenden Unterstützungsangebote durch Geberländer gibt.
- Sowie zahlreiche bilaterale, regionale und globale IKI-Projekte.
Ein wichtiger Bestandteil der IKI-Unterstützung sind auch die Schnittstellenprojekte in den IKI-Schwerpunktländern. Schnittstellenprojekte arbeiten internationale Erfahrungen auf, fördern Kompetenzentwicklung und erarbeiten Finanzierungsstrategien für die NDC-Umsetzung. Außerdem wurden renommierte wissenschaftliche Berichte und NDC-Analysen finanziert, die Lücken und Potenziale ambitionierter Klimamaßnahmen aufzeigen, wie der UNEP Emission Gap Report 2025, der Climate Action Tracker oder der Bericht Investing in Climate for Growth and Development von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) und dem UNDP.
Fördergelder
sagte die IKI im Jahr 2024 für Projekte zu, die die globale Energiewende voranbringen.
Die Unterstützung der IKI zeigte Wirkung. Bis Ende 2025 hatten 128 Länder, die etwa 78 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen, neue NDCs vorgelegt. Zahlreiche Länder steigerten ihre Ambition und richteten die NDCs an ihren Netto-Null-Zielen aus. Der Energiesektor, der eines der größten Minderungspotenziale beinhaltet, ist mittlerweile Bestandteil der NDCs aller Länder. 90 Prozent der NDCs von Entwicklungsländern beinhalten auch Anpassungskomponenten. 68 Entwicklungsländer erstellten mit Unterstützung der NDC Partnerschaft NDC-Umsetzungs- und ‑Investitionspläne. Die neuen NDCs sind auch stärker in die nationalen Entwicklungsprioritäten und -prozesse eingebettet. Mehr als 50 Entwicklungsländer erhielten Unterstützung, um NDCs in Planungs-, Haushalts- und Investitionsrahmen zu integrieren. 95 Prozent der 128 Länder nahmen zudem die Gleichstellung der Geschlechter und die soziale Inklusion in ihre NDCs mit auf. Mehr als 90 Prozent haben Grundsätze für einen gerechten Übergang und damit die Notwendigkeit einer fairen, sozial verträglichen Transformation anerkannt.
Die von der Bundesregierung ausgerichtete Global NDC Conference ist ein internationales Forum zum Austausch über NDCs, das alle zwei Jahre stattfindet. Fachpublikum aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie politische Entscheidungsträger*innen aus aller Welt teilen dort ihre Erfahrungen, übernehmen Verantwortung und helfen mit, aktiv zum NDC-Prozess ihres Landes beizutragen. Die von der IKI finanzierte Konferenz bot auch 2025 wieder Raum für neue Ideen, den Aufbau von Netzwerken und den Austausch über die Planung und Umsetzung der NDCs.
Als eines der übergreifenden Ziele der IKI-Strategie bis 2030 stand die NDC-Unterstützung im Jahr 2025 im Vordergrund des IKI-Förderinstruments IKI Compete. Die auf der COP30 erstmalig gestarteten IKI Large Grants suchten in ihrem Call in gleich vier Länder- und Themenschwerpunkten nach Projektideen, die die NDC-Umsetzung direkt vorantreiben. Auch die von der IKI mitfinanzierte Mitigation Action Facility (MAF) sucht in ihrem jährlichen Call Projekte zur NDC-Umsetzung in den zentralen Sektoren Energie, Industrie und Verkehr.
Projektüberblick 2025
Gestartete Projekte
IKI-Jahresbericht 2025
Dieser Beitrag ist Teil des IKI-Jahresberichts 2025.
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