08.02.2022

Integrierte Maßnahmen für den Klimaschutz

Foto: AdobeStock/kvdkz

Peer-Learning-Gipfel zur Verknüpfung von Anpassungs- und Minderungsansätzen. 

Worin bestehen die Synergien und Zielkonflikte von integrierten Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und wie können sie in langfristigen Planungsprozessen thematisiert werden? Dies waren die zentralen Fragen im Rahmen des virtuellen Peer-Learning-Gipfels, der im November 2021 stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Low Emission Development Strategies Global Partnership (LEDS GP)  und dem National Adaptation Plan (NAP) Global Network mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). 

Der Peer-Learning-Gipfel im Fokus 

Mit mehr als 100 Teilnehmenden diente der Gipfel als offener Raum, in dem internationale Expertinnen und Experten, Ländervertreterinnen und Ländervertreter sowie Fachleute, die an der Integration von Klimaanpassungs-, Klimaschutz- und Entwicklungsansätzen arbeiten, ihre Erfahrungen vorstellen konnten. 

Die drei Sessions waren darauf ausgerichtet, Fragestellungen zu formulieren, mit Peers zu diskutieren und von Erfolgsgeschichten in Peru, Äthiopien, Jamaika, Mexiko, Kasachstan und Costa Rica zu lernen. 

Vertreterinnen und Vertreter der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Organisation Ostkaribischer Staaten, des Grünen Klimafonds, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, von Factor und AGNES Africa tauschten technische Erkenntnisse zur Bewertung von Zielkonflikten und Nutzen aus. 

Die dritte und letzte Session des Gipfeltreffens wurde im Rahmen der New Yorker Klimawoche 2021 organisiert.

Minderung und Anpassung sind zwei Seiten derselben Medaille

Bei der Planung von Klimaschutzprojekten müssen beide Ansätze in einem Prozess kombiniert werden, in dem Zeitrahmen und Ziele bewertet und gemeinsam angegangen werden können. Daher sollten politische Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie Synergien maximieren und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels sowie den Aufbau der Widerstandsfähigkeit erhöhen. 

In dem Prozess, der als „Adaptigation“ – eine Wortschöpfung aus „Adaptation“ (Anpassung) und „Mitigation“ (Minderung) – beschrieben wurde, schafft eine integrierte Planung für den Klimaschutz (also die Verknüpfung von Anpassung und Minderung) eine Win-Win-Situation für alle. Sie sorgt für eine breite politische Unterstützung und nachhaltige Maßnahmen, wenn diese mit langfristigen Strategien verbunden werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten, wie wichtig eine frühzeitige Kommunikation über die Verknüpfung von Anpassung und Minderung sowie eine Einbeziehung unterschiedlicher Interessengruppen. Kontinuierliche und zeitnahe Berichterstattung und Informationen können es für alle Beteiligten einfacher machen, den Nutzen von Maßnahmen zu ermitteln, gemeinsame Ziele festzulegen und Ressourcen einzusparen.

Was macht integrierte Ansätze erfolgreich?

In vielen Sektoren wird die Notwendigkeit der Anpassung immer noch unterschätzt. Vor allem diejenigen, die sich weitgehend auf eine Minderung der Folgen des Klimawandels konzentrieren, benötigen oft Unterstützung, um die Risiken des Klimawandels zu verstehen und Lösungen  zu entwickeln. 

Das Klimanarrativ ist nicht immer dazu geeignet, alle Parteien zu überzeugen. Eine wirtschaftliche Perspektive, die Verluste und Gewinne aufzeigt, kann dagegen ein besserer Ansatz sein, wenn es darum geht, eine breitere und hochrangige Zustimmung für integrierte Ansätze zu erzielen. 

Gute Beispiele lassen sich jedoch in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft, Wasser oder Städte finden. So können beispielsweise naturbasierte Lösungen ein wirksames Instrument darstellen, um die Verknüpfungen zu operationalisieren, da sie sowohl Vorteile bei der Minderung als auch bei der Anpassung bieten (z.B. begrünte Dächer, nachhaltige Kanalisationssysteme in Städten und Wiederherstellung von Mangrovenwäldern). 

Zu den Erfolgsfaktoren gehören in jedem Fall eine starke Koordinierung und ein intensiver Dialog, funktionierende institutionelle Rahmenbedingungen sowie bessere Informationen, die Synergien sichtbarer machen.

Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt

Einige Länder tun sich immer noch schwer damit, Widerstandsfähigkeit zu messen, da diese für verschiedene Menschen unterschiedliche Bedeutung haben kann. Traditionell ist die Wirksamkeit von Minderungsmaßnahmen sehr viel einfacher zu messen als die von Anpassungsmaßnahmen. Das ist eine Herausforderung, wenn es darum geht, die Berichterstattung für beide zu kombinieren. Um Anpassung und Minderung sowohl aus der Perspektive der Planung als auch der Überwachung zu integrieren, könnte es sinnvoll sein, zu definieren, was Widerstandsfähigkeit in verschiedenen Kontexten bedeutet. Ein Ansatz könnte darin bestehen, die Komponenten national bestimmter Klimaschutzbeiträge (NDC) im Hinblick auf Anpassung und Minderung in die nationalen Systeme zur Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) aufzunehmen. 

Die beteiligten Organisationen

Die LEDS GP  versteht sich als globale Drehscheibe für Wissen und Lösungen, die den Weg zu einer klimafesten und kohlenstoffarmen Entwicklung weisen. Seit 2019 wird die Arbeit der LEDS GP im Wesentlichen von der Internationalen Klimaschutzinitiative unterstützt. Das globale Sekretariat der LEDS GP wird vom IKI-Projekt Unterstützung der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens (SPA) in Zusammenarbeit mit dem US-National Renewable Energy Laboratory (NREL) betreut.

Das NAP Global Network unterstützt Entwicklungsländer dabei, ihre Prozesse im Rahmen der nationalen Anpassungspläne (NAP) voranzutreiben, um die Bemühungen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels rund um die Welt zu beschleunigen. 

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

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